Erfolgreiche Personalerin und dreifache Mutter geht mit eigenem Unternehmen neue Wege |
Frage: Ein internationales Diplom, viele Jahre herausgehobene Positionen im Personalwesen, zum Schluss als Leiterin Personalentwicklung und Berufsausbildung bei einem global tätigen Unternehmen – wie kam es, dass Sie sich selbstständig gemacht und quasi noch einmal von vorne angefangen haben?
Gabriele Eylers: Ich hätte sicherlich weiterhin erfolgreich auf Unternehmensseite arbeiten können. Doch so ein großer Schritt war es letztlich dann wiederum auch nicht, in die Selbstständigkeit zu gehen. Bereits während meiner Zeit als Personalerin habe ich mich intensiv im Unternehmen um das Thema »Vereinbarkeit von Beruf und Familie« gekümmert und erkannt, wie wichtig das für die Zukunft sein wird. Andererseits habe ich erfahren, dass die Unternehmen mit den konkreten Problemen und Fragestellungen, die sich aus diesem ganzen Themenkomplex heraus ergeben, ziemlich allein gelassen sind. Der Gedanke, diese Lücke durch ein eigenes Unternehmen zu schließen, tauchte bei mir bereits vor längerer Zeit auf. Zudem habe ich einfach Spaß daran, als Firmengründerin neue Wege zu gehen.
Frage: Ihre Unternehmensidee ist 2008 durch die Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen des Innovationswettbewerbs »Unternehmen Familie« ausgezeichnet worden. Welche Rolle hat das für Sie und Ihr Unternehmen gespielt?
Gabriele Eylers: Eine nicht zu unterschätzende! Es ist das eine, eine Idee zu haben, von deren Tragfähigkeit und Erfolgsaussichten man überzeugt ist; das andere ist es aber, davon auch andere zu überzeugen. Die Auszeichnung – insgesamt haben nur 12 Unternehmen und Projekte von 422 Bewerbern diese Auszeichnung bundesweit erhalten – hat meinem jungen Unternehmen nicht nur in finanzieller Hinsicht eine gewisse Sicherheit gebracht, sondern war für mich vor allem die Bestätigung, auf dem richtigem Weg zu sein. Die Auszeichnung kann man als die Initialzündung für den Aufbau des Unternehmens ansehen.
Frage: Frau Eylers, Sie haben selber drei Kinder, sind verheiratet mit einem ebenfalls berufstätigen Mann. Wie schaffen Sie es ganz persönlich, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen?
Gabriele Eylers: Immer besser. Natürlich ist es als Unternehmerin sicherlich noch einmal schwieriger, denn ich habe keine starren Arbeitszeiten und kann mir auch nicht mehrere Tage eine Auszeit nehmen, wenn mal eines der Kinder längere Zeit krank ist. Doch ich selber profitiere ungeheuer von meinen eigenen beruflichen Erfahrungen und habe dadurch gegenüber anderen Frauen in einer vergleichbaren Situation einen Vorteil. Mein Unternehmen vermittelt beispielsweise kompetente Kräfte, wenn einmal in Sachen Kinderbetreuung der Mitarbeiter Not am Mann oder an der Frau ist. Darauf greife ich selber auch gerne zurück und kann gleichzeitig die von uns vermittelten Mitarbeiter/innen und Betreuer/innen auf Herz und Nieren prüfen. Zudem empfinde ich es gerade bei meinem Beruf als großen Vorteil, die Materie nicht nur theoretisch zu kennen, sondern als Mutter ganz real um die Sorgen, Nöte und Probleme der betroffenen Eltern und deren Arbeitgeber zu wissen.
Frage: Wenn Sie in die Zukunft schauen könnten: Wo sehen Sie FamilyXperts in 5 Jahren?
Gabriele Eylers: In diesem und im nächsten Jahr werden wir unser Dienstleistungsangebot kontinuierlich ausbauen, beispielsweise mit dem Notbetreuungsservice NannyMobil, den Trainings und Wiedereinstiegsberatungen oder mit der ganz großen Lösung, dem FX FamilienService – quasi dem Rund-Um-Sorglos-Paket. Als junges Unternehmen sind wir zur Zeit dabei, uns und unsere Leistungen am Markt bekannt zu machen und zu etablieren. Das Interesse der Unternehmen ist trotz der allgemeinen Krisenstimmung groß. Die demographischen Entwicklungen machen vor der Krise nicht halt. Ich bin daher davon überzeugt, dass wir nach gelungener Anlaufphase und Aufbauarbeit in 5 Jahren ein eingeführtes, deutschlandweit agierendes Unternehmen sind.
