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Zertifikatsverleihung 2011 - audit berufundfamilie

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265 Arbeitgeber haben heute (Mittwoch) in Berlin die Zertifikate zum audit
berufundfamilie bzw. zum audit familiengerechte hochschule erhalten. Überreicht
wurden sie von Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend, gemeinsam mit Peter Hintze, Parlamentarischer
Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie.
Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder und Bundeswirtschaftsminister Dr.
Philipp Rösler tragen gemeinsam die Schirmherrschaft für das audit der
berufundfamilie gGmbH - einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

"Die Arbeitsbedingungen in Deutschland müssen so gestaltet werden, dass Menschen
Verantwortung für ihre Familie übernehmen können, ohne dafür beruflich kürzer
treten zu müssen", unterstrich Staatssekretär Josef Hecken. "Dazu gehören
Angebote zur Kinderbetreuung genauso wie flexible Arbeitszeitmodelle oder die
Familienpflegezeit für Beschäftigte, die Angehörige pflegen wollen. Die
auditierten Arbeitgeber machen vor, wie eine familienfreundliche
Unternehmenskultur funktionieren kann. Wichtig ist, dass nun möglichst viele
nachziehen."

"Der demographische Wandel hat den deutschen Arbeitsmarkt längst erreicht",
stellte Staatssekretär Peter Hintze fest. "Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs
müssen wird jetzt die Weichen richtig stellen. Dann können Einkommen und
Wohlstand weiter wachsen, auch wenn unsere Bevölkerungszahlen zurückgehen. Wir
müssen mehr Menschen ermöglichen, aktiv am Erwerbsleben teilzunehmen. Eine
familienbewusste Personalpolitik ist dafür eine wichtige Voraussetzung", so Peter
Hintze weiter.

Zu den heute 265 ausgezeichneten Arbeitgebern gehören 134 Unternehmen, 97
Institutionen und 34 Hochschulen. Sie zählen rund 440.000 Beschäftigte und
436.000 Studierende. Erstmals zertifiziert wurden 142 Arbeitgeber. 98 nahmen das
Zertifikat zum zweiten Mal und 19 zum dritten Mal entgegen. Weitere sechs
durchliefen das audit bereits zum vierten Mal und nutzen das strategische
Managementinstrument damit seit nahezu zehn Jahren.

Insgesamt profitieren zurzeit rund 1,5 Millionen Beschäftigte und 1,2 Millionen
Studierende vom audit bei insgesamt fast 1.000 Zertifikatsträgern, denn:
Arbeitgeber, die die familienbewusste Personalpolitik als strategisches
Instrument nutzen, stehen besser da als der Bundesdurchschnitt. Dies zeigt ein
Vergleich der zertifizierten Unternehmen mit den bundesweiten Daten aus dem
"Unternehmensmonitor 2010". Danach bieten im Durchschnitt 2,4 Prozent der
deutschen Arbeitgeber eine betriebliche Kinderbetreuung an. Unter den
zertifizierten sind es 29 Prozent. 94 Prozent der auditierten Unternehmen bieten
Programme an, die während der Elternzeit, den Kontakt zwischen Beschäftigten und
Unternehmen aufrechterhalten und so den Wiedereinstieg ins Berufsleben
erleichtern (27 Prozent im Bundesdurchschnitt). Zudem ist für nahezu 100 Prozent
der auditierten Arbeitgeber Teilzeit selbstverständlich (80 Prozent im
Bundesdurchschnitt). Weniger als ein Viertel der Unternehmen in Deutschland
bieten Telearbeit an, unter den Zertifikatsträgern sind es fast zwei Drittel.

"Eine erfolgreiche familienbewusste Personalpolitik muss flexibel sein und sich
auch Themen zuwenden, die über die klassischen Aspekte Frauen und Kinderbetreuung
hinausgehen" betonte Dr. Michael Endres, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen
Hertie-Stiftung. "Männer haben ebenso individuelle familiäre Bedürfnisse wie
Frauen. Führungskräfte wollen Verantwortung für Ergebnisse, Kundenzufriedenheit,
Mitarbeiter und die eigene Familie übernehmen. Mit dem demographischen Wandel
rückt die Pflege von Angehörigen zunehmend in den Blickpunkt. Die
Innovationskraft der auditierten Arbeitgeber wird bei diesen Zukunftsthemen
besonders deutlich."

44 Prozent aller Zertifikatsträger unterstützen ihre Beschäftigten mit
Pflegediensten oder Kurzzeitpflege; der Bundesdurchschnitt liegt bei gerade
einmal 8 Prozent. Die Rolle der Väter ist für die zertifizierten Arbeitgeber von
entscheidender Bedeutung: Nahezu jeder zweite macht hier spezielle Angebote, im
Vergleich zu gerade mal jedem sechsten Unternehmen im Bundesdurchschnitt. Von den
Führungskräften hängt in der Regel die praktische Durchsetzbarkeit
familienbewusster Maßnahmenkataloge ab. Daher ist ihre Sensibilisierung für das
Thema Vereinbarkeit besonders wichtig. Bei 93 Prozent der zertifizierten
Arbeitgeber werden bereits entsprechende Führungskräfteseminare durchgeführt.

Das audit berufundfamilie ist eine Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat 1998 die berufundfamilie gGmbH gegründet,
die seitdem alle Aktivitäten der Stiftung im gleichnamigen Themenfeld bündelt.

Das Bundesfamilienministerium fördert die berufundfamilie gGmbH aus Mitteln des
Europäischen Sozialfonds. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft - BDA,
BDI, DIHK und ZDH - empfehlen das audit. Die berufundfamilie gGmbH besitzt die
europaweiten Markenrechte am audit. Sie entscheidet über die Vergabe der
audit-Zertifikate. Zertifikate zum audit berufundfamilie wurden erstmals 1999
vergeben. Seit 2002 wird das audit auch Hochschulen unter dem Titel "audit
familiengerechte hochschule" angeboten. Einsetzbar in allen Branchen und
Betriebsgrößen, erfasst das audit den Status quo der bereits angebotenen
Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie, entwickelt systematisch das
betriebsindividuelle Potenzial und sorgt mit verbindlichen Zielvereinbarungen
dafür, dass Familienbewusstsein in der Unternehmenskultur verankert wird. Nach
erfolgreichem Abschluss dieses Prozesses erhalten die Unternehmen und
Institutionen das "Zertifikat zum audit berufundfamilie". Die praktische
Umsetzung wird jährlich von der berufundfamilie gGmbH überprüft. Nach drei Jahren
können im Rahmen einer Re-Auditierung weiterführende Ziele vereinbart werden. Nur
bei erfolgreicher Re-Auditierung darf das Unternehmen das "Zertifikat zum audit
berufundfamilie" unverändert weiterführen.

Weitere Informationen sowie eine Liste der zertifizierten Unternehmen finden Sie
im Internet unter: www.beruf-und-familie.de/presse
<http://www.beruf-und-familie.de/presse>.
Fotos der einzelnen Zertifikatsübergaben werden
am 26. Mai 2011, ab 15.00 Uhr unter www.beruf-und-familie.de/bildarchiv
<http://www.beruf-und-familie.de/bildarchiv> bereitgestellt

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